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Ueber Moissac

Moissac ist eine geschaeftige Stadt im Department Tarn et Garonne. Noch heute ist Moissac wie vor Jahrhunderten einer der bedeutendsten Orte für die Pilger auf dem Jakobsweg auf ihrem Weg nach Santiago de Compostella. Moissac ist weltbekannt für sein Kulturerbe. Die Grundmauern der Kirche St. Martin, die wohl aus dem 3. Jahrhundert stammen, gehören zu den ältesten in Frankreich. Der Legende nach wurde die alte Abtei St. Peter vom merowingisch/fraenkischen Koenig Chlodwig I gegruendet. Historisch belegbar ist die Gruendung der Abtei durch den Heiligen Didier, Bischof von Cahors, in der Mitte des 7. Jahrhunderts.

Im 11. und 12. Jahrhundert erlebte die Abtei ein erstes "Goldenes Zeitalter". Damals war Moissac Tochterkloster des maechtigen Klosters von Cluny im Burgund und wurde gefoerdert von Durand de Bredons, der zugleich Abt von Moissac und Bischof von Toulouse war. Waehrend dieser Zeit entstand der Eingangsbereich und das Tympanon der Kirche.

Der Kreuzgang des Klosters hat 116 skulpierte Saeulen, von denen 76 biblische Geschichten schildern. Die Erschaffer des Tympanons wurden inhaltlich inspiriert durch die biblische "Offenbarung des Johannes". Auch im 15. Jahrhundert erlebte das Kloster einen Aufschwung und weitere Arbeiten wurden an der Abtei ausgefuehrt. Die Saekularisation der Abtei 1626 zwang die Benediktiner das Kloster nach fast 1000 Jahren aufzugeben und zu verlassen. Die franzoesische Revolution 1790 setzte allem religioesen Leben hier ein Ende.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Eisenbahn gebaut. Der Kreuzgang sollte abgerissen werden, da er den Schienen im Wege war. In wirklich allerletzter Minute wurde er gerettet und in die Liste der zu schützenden Denkmale eingetragen. Obwohl über die Jahrhunderte einige Gebaeude verschwunden sind, andere sehr gelitten haben und sich die Abtei stark veraendert hat, koennen der Eingangsbereich mit dem Tympanon, der Kreuzgang und die restlichen Abteigebaeude  noch heute bewundert werden. Sie gehoeren zu den großartigsten und wunderbarsten Arbeiten romanischer Bildhauerkunst weltweit.

1930 zerstoerte ein verheerendes Hochwasser weite Teile der Stadt. Der folgende Wiederaufbau veraenderte das staedtische Erscheinungsbild stark. Zwischen den aelteren Backsteingebaeuden lassen sich schoene Beispiele der Architektur des Art Deco finden, der damals in Mode war.